Analyse-Tools für Texte im Vergleich

Was sie messen, ob sie helfen

Leicht verständliche Texte sind die Grundlage für eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe. Das gilt für die

  • Unternehmens-Kommunikation, z. B. für Texte für Websites, Folder, Geschäftsbriefe, Newsletter genauso wie für Texte im
  • Alltagsbereich, z. B. Zeitungsartikel oder Beipackzettel von Medikamenten. Besonders wichtig sind leicht verständliche Texte im Internet. Denn hier bleibt noch weniger Zeit, um die LeserInnen zu interessieren.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Gibt es dafür praktische Helferleins? Die Antwort lautet Ja. Zahlreiche Tools für die Textanalyse kursieren im Netz. Ob diese wirklich weiterhelfen, zeigt dieser Test. Für die Analyse nahm ich ungefähr die ersten beiden Absätze meiner Angebotsseite Marketing-Beratung:

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Positionierung am Markt.

Für Ihren unternehmerischen Erfolg benötigen Sie Klarheit in Ihrem Auftritt am Markt bzw. Ihrem Firmenprofil. Dazu zählen Antworten auf Fragen wie

  • Wofür steht Ihr Unternehmen? Was sind die Potenziale, Stärken?
  • Welche Lösungen halten Sie für Ihre KundInnen bereit?
  • Was unterscheidet Sie von anderen?

Gemeinsam erarbeiten wir in der Marketing-Beratung, was Sie beschäftigt. Z. B. Ihre Vision (was möchten Sie erreichen, was liegt Ihnen am Herzen), Ihre Ziele oder Ihre Positionierung am Markt.

Diesen Text analysierte ich in den verschiedenen Analyse-Tools – für einige davon erhielt ich Tipps. Wer das Hilfreichste kennenlernen will, braucht Durchhalte-Vermögen. Oder liest diesen Test von hinten. Zuerst einige Worte zu den eher belustigenden Tools:

Blablameter – schreiben Sie „heiße Luft“?

Der erste Tipp meiner Liste lautet www.blablameter.de. Dieses Tool testet nach eigenen Angaben, „wie viel heiße Luft in einem Text steckt“.

Es identifiziert den Beispiels-Text als wahrscheinlichen Text mit 117 Wörtern. Der ermittelte Wert befindet sich mit 0.79 im oberen Bereich der „heiße-Luft-Texte“.

Meiner Meinung nach handelt es sich um ein nettes „Spaß-Tool“, denn fundiert ist diese Analyse nicht. Das beginnt damit, dass das Tool jeden Text gleich bewertet.

Textinspektor – sind Ihre Texte verständlich?  

Ein weiterer Tipp, der bei mir eintrudelte: www.textinspektor.de des SGV Verlags. Dieses Tool verspricht, Texte auf ihre Verständ­lichkeit hin zu testen.

Bei der Eingabe kann ich unter verschiedenen Textarten auswählen (hier: Webseite). Eben­so wird nach der Zielgruppe (hier: Busi­ness-to-Business) und der Altersgruppe (hier: Gemischt) gefragt.

Das Tool zählt 116 Wörter. Der Text gilt als „normal“ – vergleichbar mit einem Roman.  Naja, so richtig hilfreich ist diese Analyse nicht. Für das Ergebnis (TA-Index) zählt das Tool die Wörter pro Satz und die Silben pro Wort – nicht mehr und nicht weniger.

Diese Analyse bezieht sich auf die Lesbarkeitsformel von Rudolf Flesch in ihrer Grundform. Flesch entwickelte diese Formel 1948 für die englische Sprache. Daher ist sie nur bedingt auf Deutsch übertragbar. Denn hier bestehen die Wörter häufig aus mehr Silben, was das Tool ignoriert.

Leicht lesbar – wie einfach lesen sich Ihre Texte? 

Ein weiterer Tipp war: www.leichtlesbar.ch. Auch dieses Tool bezieht sich auf die Flesch-Formel. Die Analyse ergibt nur noch 115 Wör­ter und einen Flesch-Wert von 24, was einer anspruchsvollen Zeitung entsprechen würde.

Die Referen­zen des Tool-Betreibers enden 2005. Nicht wirklich ein Zeichen für Aktualität. Nach diesem Ergebnis leuchtet in meinem Kopf ein großes Fragezeichen.

Die LeserInnen bräuchten laut Tool für das Lesen des Textbeispiels einen Matura-Abschluss. Es handle sich um eine fachliche Abhandlung und sei sehr schwierig zu lesen. Ich frage mich:

Was soll ich von diesen Antworten halten? Ich beschließe, weiter zu forschen.

Gratis: Textanalyse-Tool aus Deutschland

Immer noch unzufrieden mache ich mich auf die Suche nach weiteren Angeboten für die Textanalyse. www.stilversprechend.de wurde im Mai 2015 eingestellt. www.wortliga.de wird nun von einer Textagentur verwendet. Dafür stoße ich bei einer Recherche auf Google auf www.textanalyse-tool.de.

Das Tool fragt neben dem Text nach einem Keyword. Ich gebe den Schlüsselbegriff „Positionierung am Markt“ ein. Es werden 109 Wörter gezählt. Bemängelt werden drei Sätze im Nominalstil und die niedrige Keyworddichte von 2 %, was für gut befunden wird.

Es seien aber zu viele Abkürzungen im Text. Positiv bewertet wird die Wortlänge, die Satzlänge, die Abwesenheit von Passivstil, Modalverben, Füllwörtern, Perfektform, Wenn-Dann-Sätze, Phrasen oder unpersönlicher Sprache. Trotzdem wird der Text auf dem Lesbarkeitsindex als „37 = schwierig“ eingestuft.

Gängige Abkürzungen wie „z. B.“ finde ich geläufig und damit legitim. Die Angabe zum Nominalstil bezieht sich auf die Begriffe „Positionierung“ und „Beratung“. Diese würde ich belassen, weil es im Text darum geht. Der Text kann in der Folge auch gleich weiter bearbeitet und neu analysiert werden.

Mein Fazit: Für eine rasche und oberflächliche Text-Analyse ist dieses Tool schon geeigneter. Es identifiziert Satzkonstruktionen und markiert diese. Anscheinend wird der Schwierigkeitsgrad sehr mit dem Nominalstil verknüpft. Denn die anderen Bereiche sind eigentlich alle auf „Grün“.

Lingulab – das brauchbare Analysetool für Texte

Eigentlich hätte ich meinen Tipp gleich zu Beginn anführen können. Nur, das wäre unfair gegenüber den anderen Tools gewesen.

Seit einigen Jahren verwende ich www.lingulab.de, um Texte auf deren Verständlichkeit zu prüfen. Gleichzeitig misst das Tool die Dichte von bis zu drei Schlüsselbegriffen (Keywords) sehr zuverlässig. Ich bin neugierig, wie mein Textbeispiel abschneidet.

Zuerst weise ich meinem Textbeispiel die Formate zu: Überschrift, Einleitung, Zwischenüberschrift, Fließtext. Danach wähle ich die Textart aus. Insgesamt gibt es die Unterscheidung Print und Online und dann für jede Rubrik weitere Auswahl-Möglichkeiten (hier: Website-Text Grundform).

Danach gebe ich noch meine Schlüsselbegriffe „Marketing-Beratung“ und „Positionierung am Markt“ ein. Das dritte Feld für Keywords lasse ich bei dem kurzen Text frei. Los geht’s mit dem Prüfen des Textes.

Bingo! 4,5 Sterne (exzellente Textqualität). Das Tool bemängelt lediglich die Hervorhe­bun­gen im Bereich der Web-Tauglichkeit. Ich solle noch mehr strukturieren, was bei der vorhandenen Strukturierung vernachlässigbar ist.

Alles andere – der Textaufbau, die Sprache und Verständlichkeit sowie die Suchmaschinen-Optimierung – sind ideal. Ein zufriedenstellendes Ergebnis. Das Tool zählte 112 Wörter. Übrigens: Nach einer Registrierung steht es für einen Test bereit.

Es gäbe sicher noch viele weitere Tools – besonders im Bereich der quantitativen Analyse. Ich beende an dieser Stelle meinen Testlauf. Zum Abschluss gebe ich gerne einige meiner persönlichen Text-Tipps weiter.

Praktische Tipps für leicht verständliche Texte

  • Vermeiden Sie Fachbegriffe und anspruchsvolle Satz-Strukturen. Formulieren Sie stattdessen mit geläufigen Wörtern und einfachen Sätzen.
  • Gliedern Sie Ihre Texte gut, z. B. mit Überschriften, Zwischenüberschriften, Nummerierungen, Aufzählungszeichen, Absätzen, Bindestrichen oder Hervorhebungen.
  • Reduzieren Sie Ihre Texte auf die wichtigsten Botschaften und stellen Sie diese kurz und prägnant dar.
  • Bauen Sie anschauliche Beispiele ein. Gerade Bilder, Metaphern, Geschichten, Zitate, Grafiken, Videos erhöhen die Verständlichkeit.

Ausführliche Tipps finden Sie insbesondere in der Artikelserie „Texten fürs Web“!

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