Verzahnte Welt: über das Miteinander

Das Thema Miteinander bzw. Netzwerken birgt viel Spielraum für Überlegungen: Was heißt miteinander? Wer ist beteiligt am Miteinander? Wie gestalte ich das Miteinander?

Was heißt miteinander?

Ein Miteinander zeigt sich nach meinem Verständnis, wenn wir „Füreinander“ da sind. Wenn wir begreifen, dass wir verbunden sind im Wirtschaften und Leben. Ein Miteinander umfasst für mich den Team- oder Gemeinschaftsgedanken.

Dieses Sprichwort fasst das gut zusammen: „Gemeinsam sind wir stark“. Ein Miteinander ist gegeben, wenn es mir wichtig ist, wie es dem/der Anderen geht. Wenn ich vorausschauend bzw. nachhaltig denke und auf andere Rücksicht nehme. 

Wer ist beteiligt am Miteinander?

Ich sehe das so: Sobald wir nicht isoliert vom Rest der Welt leben, ist ein Miteinander gegeben. Im wirtschaftlichen Umfeld sind Miteinander-Kreise für mich Kooperationen, Netzwerke, Organisationen, EmpfehlungsgeberInnen, MentorInnen, KundInnen, SparringpartnerInnen, FreundInnen, Tauschkreise, Ausbildungsgruppen, usw.

In jedem Miteinander entsteht ein eigener Geist, eine Gruppenkultur, ein besonderes Beziehungsgeflecht, von dem im besten Fall alle profitieren.

Wie gestalte ich das Miteinander?

Das Miteinander entsteht nicht von alleine. Es bedingt ein Geben und Nehmen, wobei es meiner Meinung nach sehr nützlich ist, zuerst einmal bedingungslos und von Herzen zu geben. Natürlich muss jeder Unternehmer, jede Unternehmerin wirtschaftlich denken und Leistungen verkaufen.

Trotzdem finde ich,  gibt es einen Spielraum, der die Beziehung lebenswerter, liebenswerter macht. Sei es ein kleiner Tipp, eine Vernetzung, ein Zuhören, usw. Wenn AuftraggeberInnen und AuftragnehmerInnen auf gleicher Augenhöhe agieren, entsteht ein besonderer Spirit des gemeinsamen Wirtschaftens.

Was zeichnet ein Miteinander aus?

Wenn wir wirklich in Beziehung treten. Den Glaubenssatz „alleine bin ich stark“ habe ich schon lange über Bord geworfen. Ein schönes Beispiel für ein Miteinander sind für mich die Erfahrungen aus dem Wohnprojekt LiSA – Leben in der Seestadt Aspern.

Eine Gruppe von Menschen, die sich in dieser Konstellation wahrscheinlich nie getroffen hätte, plant, entwickelt und baut ein Haus, in dem sie dann als Gemeinschaft mit individuellen Wohnungen und vielen Gemeinschaftsräumen lebt.

Diese Prozesse des Entwickelns benötigen viel Kooperationsgefühl, Kommunikation und Gruppenspirit. Umso schöner ist es, die Probleme, Konflikte oder Unstimmigkeiten gemeinsam zu lösen. Es gibt immer Mitglieder, die Lösungsideen haben, schlichten oder beruhigen. Dann ist es besonders spürbar: „Gemeinsam sind wir mehr“. Dieser Gruppengeist ist schwer fassbar oder beschreibbar. Ich nehme ihn als lebendig, bereichernd und fördernd wahr. 


Wie lebe ich das Miteinander?

Wenn ich zurück blicke, bin ich auch in meiner Werbeagentur mit dem Miteinander weit gekommen. In meiner Agenturgeschichte gibt es etliche Bausteine dafür.

  • 2011 entwickelten wir unseren Firmenslogan: „Seite an Seite zum Erfolg“, der für mich bis heute gilt. Es hat sich in jedem Projekt und Auftrag bewahrheitet: Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die wertschätzend abläuft, führt zu einem „miteinander gut wirtschaften“.
  • 2016 entschied ich mich für eine Zertifizierung im Sinne der Gemeinwohlökonomie.

In diesem Sinne: lasst uns miteinander leben!

Dieser Artikel erschien zuerst auf Einladung der Business-Mamas im Februar 2015.

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